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Hinweise für Kursleitende

Moderationsprinzipien, Fragen für die Gruppenarbeit und der Umgang mit schwierigen Diskussionen.

Diese Seite sammelt die Grundsätze für die Moderation. Sie hilft besonders in der Gruppenarbeit und im Plenum, wenn Diskussionen über Begriffe festfahren.

Moderationsprinzipien

Als Kursleitende:

  • unterscheiden Sie zwischen Beobachtung und Bewertung;
  • machen Sie unterschiedliche Handlungsoptionen sichtbar;
  • suggerieren Sie keine universelle «richtige» Lösung;
  • fragen Sie nach Auswirkungen;
  • lassen Sie Unsicherheiten zu;
  • berücksichtigen Sie institutionelle Rahmenbedingungen;
  • nehmen Sie Selbstbezeichnungen und Perspektiven betroffener Gruppen ernst;
  • machen Sie Entscheidungen dokumentierbar.

Fragen statt «Welcher Begriff ist richtig?»

Diskussionen über problematische Begriffe kreisen oft um die Frage nach dem richtigen Begriff. Diese Frage führt selten weiter. Stellen Sie stattdessen diese Fragen:

  • Auf welcher Ebene wird der Begriff verwendet: Quelle, Transkription, Beschreibung oder Indexierung?
  • Wer verwendet ihn?
  • Für welchen Zweck?
  • Welche Alternativen existieren?
  • Welche Auswirkungen haben die Optionen?
  • Was muss erhalten bleiben?
  • Was muss erklärt werden?
  • Wer sollte an der Entscheidung beteiligt sein?

Historische Begriffe: bewahren oder korrigieren?

Diese Frage taucht in fast jeder Gruppenarbeit auf. Behandeln Sie sie als Entscheidungsdilemma, nicht als Wissensfrage. Diese Spannungsfelder helfen bei der Diskussion:

  • Quellentreue;
  • historische Nachvollziehbarkeit;
  • Auffindbarkeit;
  • heutige respektvolle Benennung;
  • Selbstbezeichnungen;
  • potenzielle Verletzungen;
  • Dokumentation von Änderungen;
  • unterschiedliche Ebenen von Quelle, Transkription, Beschreibung und Indexierung.

Das Handbuch vertieft das Thema im Abschnitt Historische Begriffe: Bewahren oder Korrigieren?.

Umgang mit schwierigen Diskussionen

Der Workshop berührt Diskriminierung. Diskussionen können deshalb persönlich werden. Die Content Note setzt den Rahmen. Diese Situationen kommen häufig vor:

Jemand wiederholt einen diskriminierenden Begriff ohne analytischen Grund.
Erinnern Sie freundlich an die Content Note. Schlagen Sie eine Umschreibung vor, zum Beispiel «der Begriff im Titel».
Jemand berichtet von eigenen Diskriminierungserfahrungen.
Nehmen Sie den Beitrag ernst und bedanken Sie sich. Fragen Sie nicht nach. Niemand muss persönliche Erfahrungen teilen.
Die Diskussion bewertet einzelne Personen moralisch.
Lenken Sie zurück auf Praktiken und Strukturen: Welche Standards, Routinen oder Rahmenbedingungen haben zu dieser Beschreibung geführt?
Die Gruppe verlangt die richtige Lösung.
Zeigen Sie mindestens zwei Optionen und ihre Auswirkungen. Fragen Sie, unter welchen Bedingungen welche Option besser passt.
Die Gruppe hält das Beispiel für unproblematisch.
Fragen Sie nach Leerstellen, Kategorien und Nachnutzung: Wer findet den Datensatz nicht? Was passiert, wenn ein anderes System die Daten übernimmt?
Eine Person zieht sich zurück.
Respektieren Sie das. Bieten Sie bei Bedarf eine andere Fallkarte oder eine andere Rolle in der Gruppe an, zum Beispiel die Dokumentation.
Die Zeit reicht nicht.
Notieren Sie offene Fragen sichtbar auf einer Liste. Verweisen Sie auf das Handbuch und auf die Transferphase.

Auswertung bei vielen Gruppen

Die Zeitpläne rechnen mit bis zu vier Gruppen. Bei mehr Gruppen reicht die Zeit im Plenum nicht für eine Präsentation jeder Gruppe. Wählen Sie die Form der Auswertung nach der Zahl der Gruppen:

Gruppen Auswertung im Plenum
bis 4 Jede Gruppe stellt einen Befund und eine Entscheidung vor (60 Minuten: je etwa 2 Minuten; 75 Minuten: je 2 bis 3 Minuten; 90 Minuten: je höchstens 3 Minuten, einschliesslich Rückfragen).
5 bis 6 Jede Gruppe nennt in einer Minute eine Entscheidung. Sie sammeln die Entscheidungen in den vier Spalten des Flipcharts und vertiefen ein bis zwei Kontraste.
7 und mehr Galeriegang: Die Gruppen hängen ihr Arbeitsblatt auf und lesen fünf Minuten lang die Ergebnisse der anderen. Danach besprechen Sie zwei bis drei kontrastierende Fälle.

Statt eines Galeriegangs können die Gruppen ihre Entscheidung auch auf eine Karte schreiben. Sie wählen daraus zwei bis drei Fälle für das Gespräch im Plenum. Ab etwa 30 Teilnehmenden ist eine zweite Person für die Moderation hilfreich.

Transfer- und Abschlussfragen

Verwenden Sie diese Fragen in der Transferphase und im Abschluss:

  • Welchen problematischen oder potenziell problematischen Aspekt haben Sie im Beispiel benannt?
  • Warum ist dieser Aspekt relevant?
  • Welche alternative Handlungsoption haben Sie formuliert? Wie begründen Sie sie?
  • Wer sollte an dieser Entscheidung beteiligt sein?
  • Eine Sache, die ich künftig bei Daten oder Metadaten prüfen werde.
  • Eine Sache, die wir in unserem Projekt oder unserer Institution diskutieren sollten.

Bitten Sie zum Schluss um Rückmeldungen zur OER: per E-Mail an oder über die Seite Feedback und Beiträge. Das gilt auch für Sie als Kursleitende.

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